
Jesus ist mehr als nur eine nette Kulturbeilage. Deswegen gehe ich dahin.

Jesus ist mehr als nur eine nette Kulturbeilage. Deswegen gehe ich dahin.
Sinn und Sinnlichkeit halten einander die Hände. Sie ergeben einen Sinn. „Unsinn!“ ruft da die Rationaltät. „Es gibt nur den Sinn, alles andere ist sinnlos!“ Doch Sinn ohne Sinnlichkeit ist wie trockenes Brot. Sinnlichkeit entspringt immer einem Sinn, doch muss sie sich nicht durch ihn rechtfertigen, noch ihn kennen.
„was ist heues?“ „keine ahnung!“
neu: petervisuell.de
meine seite zum promoten meiner fotosachen.
heues: ich hab lang nicht mehr gebloggt.
seid gegrüßt, peter
Manchmal mache ich mir Gedanken, wie Fotos in der Zukunft gebraucht werden könnten oder wie Fotos distribuiert werden müsten, damit sich möglichst viele daran erfreuen. Und obwohl die Richard Avedon Ausstellung ein Erfolg sein wird, frage ich mich manchmal ob das noch so geht, Fotos in ein Gebäude zu hängen und dann Leute dafür bezahlen zu lassen, darin umherzuwandern. Und hat der Film die Fotografie nicht schpon längst überholt? Erst letztens habe ich gesehen, dass jetzt biegsame Foliendisplays entwickelt wurden (da), die dazu noch billig in der Produktion sein sollen. Vielleicht wird in Zukunft jede Zeitschrift mal einfach so ein Foliendisplay sein und es wird keine Fotos mehr geben, sondern nur noch Videos (Schminkschule in Frauenzeitschriften, Anleitung zum Motor reparieren in Autozeitschriften etc.)
Der Typ, der Fotografie ins 21. Jahrhundert geholt hat, heißt Ilya Andreyev und kommt aus Minsk, Weißrussland. Zusammen mit Schauspielern, Fotografen und vielen anderen beflissenen Helfern hat er als Produzent etwas entwickelt, was sich „sketch film“ nennt. Es ist eine flashanimierte Fotostory oder Fotogalerie. Wir haben hier keine vollanimierten Menschen, aber die Bilder sind trotzdem lebendig, wie Comicfiguren reden die Protagonisten miteinader und die Kaffetasse dampft oder es fliegt ein Flugzeug durch das Bild. Der sketch film ist eine Liebeserklärung an die Stadt Mink, die sogenannte „Hush City“, eine Stadt, die den neuen wirtschaftlichen Aufschwung und die Euphorie wie in den osteuropäiaschen Metropolen nicht kennt und zu …schalfen scheint. Garniert ist das Ganze mit einer tragischen Lovestory. Unbedingt reinschauen:

Adventskalender
Heute habe ich mit meinem Opa telefoniert.
Opa: „Und? Du kommst klar mit dem Haushalt, bist ja jetzt ausgezogen!“
Ich (mit generöser Stimme): „Aber sicher, aber sicher!“
Pause
Opa: „Aha, ich höre du machst was in der Küche…“
Ich: „Naja, ich habe vergessen, den Hahn der Waschmaschine aufzudrehen und ich habs bereits gestartet…“
Alles Vorführeffekt!
Foto: Die Familie hat mit viel Liebe einen stylischen Adventskalender gebastelt. Der hängt jetzt quer durch die Küche an vier Punkten befestigt. Kleine Papierkuverts geben jeden Tag eine neue Überraschung preis. Danke!
Im Englischunterricht an der Uni habe ich letztens eine Doku gesehen. Und ich habe gelehrt bekommen, dass unser Gehirn 1 Milliarde Prozesse in der Sekunde verarbeitet. Jedoch sind wir nur in der Lage, ca. 2000 dieser Prozesse zu fühlen. Sie betreffen meistens unsere Sinnesorgane und unsere Gefühle.
Ich hab mich manchmal gefragt, wie ich mir sowas vorstellen kann. Ich sitze im Zug (und fahre durch den brandenburgischen Birken- und Kiefernwald) und stelle mir vor, dass jeder Baumstamm ein Prozess im Gehirn ist. Bei voller Fahrt fliegen die Bäume vorbei und wenn man lange konzentriert rausschaut und sich daraus ein Rhythmus bildet, weil man irgendwann nichtmehr unterscheiden kann zwischen den einzelnen Bäumen und sich daraus ein tranceartiges Sehen entwickelt, dann kann ich mir das vorstellen, wie das in meinem Kopf aussehen muss, die ganze Datenflut.
Die restlichen 1 000 000 000-2000 Prozesse sind unterbewusst.
Zurück bin ich aus Rüsselsheim. Ich habe mich mehrmals mit Dominic getroffen, mit Melanie und Buddy über alte Zeiten palawert, Raclette gegessen mit längst verloren geglaubten Menschen aus Kindheitstagen, Valerio einen Tag an der Uni in seinem Fach Politikwissenschaft begleitet und um den neuen Campus beneidet und mit Lea in „Waltz with Bashir“ gegangen. Einige Leute habe ich nicht gesehen aber ich war schließlich nicht das Letzte mal da.
Wie Ich zurück kam, war meine Heizung kaputt. Wessen Heizung schon einmal im November kaputt gegangen ist, der lernt die funktionierende zu lieben. Denn es war kaum auszuhalten, nachts eingelullt in alle Decken und Morgenmantel, tagsüber mit Jacke und Mütze umhergeschlichen. Vor allen Dingen raubt einem die Kälte die Konzentration, das heißt, dass man nichts machen kann, weil man immer nur denkt kaltkaltkaltkaltkalt! und den Leuten von der Hausverwaltung in den … treten muss, weil das Telefon der Technikabteilung entweder besetzt oder aus (?) ist und alle anderen Mitarbeiter versichern, ja sie hätten es jetzt weitergeleitet und es meldet sich jemand bei mir. Kurz vor Lungenentzündung kamen dann solche Späße wie, „die Firma Brötje will das genaue Modell ihrer Heizung wissen, sonst schicken sie keinen“, und der Modellname steht nicht auf dem Gerät. Ansonsten immer bereithalten, wie das eben so mit Handwerkern ist. Es hat sage und schreibe 3 Tage gedauert, bis ein Handwerker sich meiner erbarmte und dann lediglich feststellte, dass einfach nur das Wasser nachgefüllt werden muss.
Ich: „Wenn Wasser in der Heizung fehlt, wo ist es denn hin?“
Handwerker: „Keine Ahnung.“
Ich: „Sie wollen mir also als Mann vom Fach sagen, dass sie nicht wissen wo das Wasser abgeblieben ist?“
HW: „Ja.“
Ich: „Und wie beuge ich dem vor, dass das Wasser nicht noch einmal verloren geht?“
HW: „Das kann ich nicht sagen. Ich schätze, das ist …Schicksal!“
Schicksal? Der Handwerker wollte mich auch nicht prellen, schließlich hat er mir ganz genau erklärt, wie ich die Heizung selber nachfüllen kann und wie ich das feststelle. Aber wenn einfach so innerhalb einer Woche das Wasser „verschwinden“ kann und selbst der Fachmann mir nicht sagen kann wos hin ist, dann fällt mir der Glaube an Gott einfach. Ich habe das Wasser schon gesucht, aber nicht gefunden. Hoffentlich ist es nicht im Kleiderschrank. Das wäre nämlich eine Sauerei.
Foto: Wer kennt sie nicht, die Gemüsefratzen von Guiseppe Arcimboldo? Lea hat die geile Idee gehabt, (an mir) umgesetzt und Fotos geschossen.
Liebe Leute,
im Moment bin ich einer bombastischen Tomatensoße auf der Spur. Und ich hab das Gefühl, das wird eine Nummer im großen Stil. Ich habe schon heute gemerkt, wie ich sie das erste Mal kochte, dass diese Soße mit ein bisschen Tüftelei eine umwerfende Sache ist. Es wird eine Tomatensoße die weder was für Kinder oder Weicheier ist. Sobald ich fertig getüftelt habe, wird sie hier reingestellt. Bis dahin gebe ich ein Rezept auf den Weg, was sich eher fürs Wochenende an einer WG-Party eignet. Ich habe es bei meinem Auszug wiedergefunden und es bei Café Delirium verwendet (einige werden sich dran erinnern):
Irish Cream
4 Eier
250g Zucker
1 pak Vanillezucker
5 Tl löslicher Kaffee
1/8l Korn
1/8l Rum
4 Becher Sahne
Alles mischen und schaumig schlagen!
Im Zug läuft ein ekliger Film: Die Infoleinwand, von der ich mir morgens manchmal 1 1/2 Stunden die müden Hirnzellen auf dem Weg nach Frankfurt/Oder massieren lasse, sorgt in letzter Zeit für Rumoren in der Magengrube: Ein billig zusammengeschnittener Clip, wahrscheinlich mit Powerpoint und der Times New Roman Schrift gemacht vom World Food Program: Darin wird gefragt, wozu eigentlich Essen da ist. Es werden verschiedene Antworten bemüht: Kunst? Passend dazu schneiden Menschen aus unechtaussehendem Käse ein Auto oder sonstwas. Sport? Zu sehen sind Menschen die wohl ein Wettessen veranstalten. Zu sehen ist ein Mann, der beklatscht wird für seinen dicken Bauch, den er der Welt zeigt (Ich weiß nicht wo diese Wettessen zum Kulturrepertoire in Deutschland gehören- ich meine ich wohne jetzt schon immerhin in der Hauptstadt, habe aber keine solche Veranstaltung je gesehen). Ein anderer Mann schlingt Spagetti mit Tomatensauce ohne Besteck direkt vom Tisch, er taucht einfach seinen Kopf herein. Das ist so eklig. Kaum auszumalen, wenn Kinder diesen Clip zu sehen bekommen: „Mama in Zukunft musst du mir die Spagetti nicht mehr kleinschneiden“. Ich meine ja schon viel erlebt zu haben. Aber wenn ich morgens diesen Clip sehe, dann wird mir irgendwie trotzdem speiübel. Der Pfannkuchen (Ich meine „Berliner“, oder besser noch „Kreppel“, die Berliner sagen Pfannkuchen dazu. Seltsam, nicht wahr? „Die spinnen/schmecken gut, die Berliner“), den ich mir als kleiner Student ab und an leisten kann und der vor fünf Minuten auf dem Bahnsteig noch so lecker geschmeckt hat, rebelliert. Jedenfalls: Die Quintessenz des Clips ist ESSEN IST ZUM ESSEN DA. Danke für die Erleuchtung. Die Seite des World Food Program („Fill The Cup“ ist der Arbeitstitel. Der Spruch passt eigentlich besser zu einem amerikanischen Truckfahrer, der auf der Route 66 Halt in einer Gaststätte macht, wo es neben fettigen Fritten mit Hamburger auch noch die Bedienung gibt, die Penny heißt, alle Trucker mit Vornamen kennt und ständig mit einer Kanne Kaffee umherrennt) werde ich nicht besuchen. Was erwartet mich da? Ich träume davon, wenn das nächste Mal mein Magen deswegen grummelt, faucht und speien möchte, dass der Film ein interaktives Medium ist und ich mich einklinke und frage: „Wozu ist Essen da? Zum Kotzen?“
Ich habe die seltsame Anwandlung, ein Gericht zu perfektionieren. Ich habe eine Idee, koche die, dann denke ich mir: Wenn ich jetzt das und das und das und das noch anders gemacht hätte, dann wäre es NOCH besser geworden. Weil ich nicht warten kann und bei sowas impulsiv bin, kann es schonmal vorkommen, dass ich in einer Woche immer wieder dasselbe koche. Und irgendwann bin ich zufrieden. Dann klopfe ich mir gönnerhaft auf meine Schulter und schreibe das Rezept in meinen Blog:
Rindfleisch an (aristokratisch mutet es „an“, jedoch wird sich nur gescheut davor „schwimmt in“, oder sogar „dümpelt in“, zu schreiben) Pilze-Pfeffer-Sauce zusammen mit Reis oder Spätzle:
2 Zwiebeln // zu Ringen schneiden und zusammen mit
1 zerkleinerten Knoblauchzehe // in einer Pfanne anbraten. Genauso schneiden wir
200g „Kultur“-(dunkle) Champignons // in Scheiben und brutzeln sie auch an. Wenn alles anbrät
400g Rindfleischgulasch // dazugeben. Alles schön braten bis Fett in die Augen spritzt,
exakt 65,73ml Sahne // reinkippen, genauso wie
1 Tasse Wasser mit einem EL Mehl. // Solltet jetzt eine schöne Sauce bekommen. Gewürzt wir mit
1 Unmenge Pfeffer // und was ihr noch an scharfen Kram in der Küche habt.
Natürlich habt ihr nicht vergessen so ab der Mitte die Spätzle ausm PLUS oder Basmatireis aufzusetzen. Wie das geht, solltet ihr auf der Packung nachlesen. Ich bin fies. Ich habe das, was ihr in der Mitte anfangen solltet ans Ende gesetzt. Schon sehe ich verzweifelte und lange Gesichter. Und Menschen, die die Sauce auch einfach so auslöffeln.
Soundtrack: „Besser gehts nicht“ von 2Raumwohnung. Passend zu dem Essen.